Wir sind wieder unterwegs!

14. März 2020 0 Von Rahel Candrian

Die ersten Nächte verbringen wir noch in der Schweiz bei meinen Cousinen Sara und Lisa. So gewöhnen wir uns schon mal ans Schlafen zurück im Wohnmobil, bevor wir wieder richtig unterwegs sind. Danke für eure Gastfreundschaft, wir kommen gerne wieder. Dann brechen wir auf. Unser Ziel ist der Gardasee. Dort soll es schön sein und uns stehen weiter alle Wege offen: Spanien und Portugal, Süditalien und Sizilien, Balkan. Matteo hat uns schon mitgeteilt, dass er in den Süden will. Auf unsere Frage, was er denn dort machen möchte, war seine Antwort klar: Fischen. Wir übernachten auf einem kleinen Campingplatz direkt nach der italienischen Grenze. Bei diesen Temperaturen sind wir für unsere Heizung auf Strom angewiesen.

Matteo und Sky spazieren

Am Abend, als die Kinder schlafen, machen wir eine kurze Lagebesprechung. Wohin geht es morgen und in nächster Zeit? Frankreich! Wir sind uns schnell einig. Dort hat es uns so gut gefallen: die Natur, die Leute, die Camperinfrastruktur, die Fischerplätze. Und so fahren wir am nächsten Tag an die Küste Liguriens. Ein bisschen im Landesinneren finden wir einen wunderbaren Stellplatz mit schöner Sicht bis aufs Meer. Dort verbringen wir gleich zwei Nächte. In der zweiten Nacht werden wir vom Sturm durchgeschüttelt und es regnet kräftig. Am nächsten Tag strahlt die Sonne wieder. Wir ziehen weiter, denn so langsam befürchten wir, dass Frankreich bald die Grenze zu Italien schliessen könnte wegen des Coronavirus.

Wir folgen der Küste und Matteo überprüft ständig, ob wir noch auf Kurs sind. „Wo ist der Süden?“, fragt er und erinnert uns daran, dass er im Süden fischen will. Wir machen erst südlich von Nizza Halt. Beim Parkieren auf dem Campingplatz wird unser Wohnmobil plötzlich ganz sentimental und küsst einen Baum. Na, vielen Dank auch. Kaum sind wir mit dem Reparieren fertig, beginnt es wieder von vorn. Zum Glück hat es nur die hintere Stossstange getroffen und Ale hat sie im Nu geflickt.

Ooops…

Jetzt aber ab ans Meer, das ist ja ganz nah. Theoretisch, ja. Praktisch müssen wir etwa einen Kilometer der vielbefahrenen Strasse entlang gehen, wo es keinen Gehweg hat, bis wir zu einer Unterführung des Bahngleises kommen. Aber es lohnt sich. Ein wunderschöner fast leerer Steinstrand mit toller Aussicht und der Sonnenuntergang im Rücken. Was wollen wir mehr? Fischen, natürlich!

Endlich im Süden, endlich fischen!

Am nächsten Tag fahren wir ins Landesinnere. Denn in Flüssen und Seen stehen die Chancen, einen Fisch zu fangen, einiges besser. Nur blöd, finden wir erst als wir dort angekommen sind heraus, dass erst ab dem 14. März auf Forellen gefischt werden darf und dass die Hecht noch Schonzeit haben bis Ende April. Und so vertreiben wir uns die Zeit mit Dreirad fahren, Fussball spielen und Steine sammeln. Und Ale setzt seine neu erworbenen handwerklichen Fähigkeiten ein, um das Bremslicht und das Batterieladegerät zu flicken. Unsere erste Nacht ohne Heizung überstehen wir gut. Dem Freistehen steht somit nichts mehr im Weg.

Füsse auf die Pedale und los geht’s

Wir fahren zurück an die Küste, südlich von Saint Tropez. Einen fantastischer Stellplatz hat es hier. Es stehen schon etwa 30 andere Wohnmobile da, es hat aber noch genug Platz. Wir bleiben drei Nächte und gehen eigentlich nur, weil die Mücken uns in der Nacht nerven. Wir verbringen viel Zeit am Meer mit schönem Sandstrand und Felsen. Wir fischen, basteln mit angeschwemmtem Holz und spielen mit Sand und Steinen. Und geniessen die angenehmen Temperaturen.

Als wir weiterziehen wollen wir noch etwas an der Küste verweilen. Doch es ist schwierig, geeignete Orte zu finden. So bleiben wir nur eine Nacht und fahren dann in die Region um Brignole. Allzu lange dauert es nicht mehr bis zum 14. und so können wir schonmal ein paar passende Orte zum Fischen suchen. Das machen wir ausgiebig. Ausserdem waschen wir unsere Wäsche, kaufen ein, tanken Frischwasser, duschen und besorgen uns Fischerpatente. Wir sind also bereit für den Saisonstart!

Noch einmal Steine in den Fluss werfen bevor es ernst gilt