Viel zu kurze Tage

6. Dezember 2019 4 Von Rahel Candrian

Wir sind noch immer in San Bovo. Das ist der mit Abstand längste Aufenthalt auf unserer Reise. Wir sind fleissig. Mehrmals haben wir nun bereits Weihnachtskekse gebacken: Zimtsterne, Anischräbeli, Brownies und Schoggisablé. Doch irgendwie verschwinden die einfach viel zu schnell. Wir stapeln das Brennholz und nehmen den Stapel blitzschnell wieder auseinander. Matteo bekommt seine erste Reitstunde und Lorena übt das Laufen.

Und Ale arbeitet am Wohnmobil. Er reisst Bretter heraus, misst aus, sägt zu, löst Schrauben, kämpft mit der Dichtmasse. Über die genauen Arbeiten am Wohnmobil wollten wir ganz genau berichten und alles dokumentieren. Doch uns fehlt gerade echt die Motivation dafür. Es ist schon Arbeit genug, defekte Teile zu flicken und zu ersetzen und das Ding dicht zu bekommen.

Matteo hilft gerne mit

Darum folgt hier nur ein kurzer Überblick. Im Alkoven hat Ale alles morsche Holz entfernt und ersetzt. Seit ein paar Tagen können Lorena und ich wieder dort oben schlafen. Zum Glück. Das Bett in der Sitzecke ist nämlich echt unbequem. Ganz fertig ist der Alkoven noch nicht. Es fehlt noch etwas Dämmung und dann können wir ihn wieder ganz zuschrauben.

Alkoven mit guter Belüftung

Endlich konnten wir aussen die Aluminiumleisten und die alten spröden Gummidichtungen entfernen. Die Schrauben haben es uns echt nicht leicht gemacht. Aber jetzt haben wir sie alle besiegt. An vielen Stellen hat es neben den Schrauben auch diverse Bostich drin. Wir haben so das Gefühl, dass das eher eine schlechte Idee ist. Doch alle rauszupuhlen ist auch viel Aufwand. Mal schauen. Jetzt müssen wir die Kanten noch etwas putzen, dann können wir die neuen Dichtbänder, die Dichtmasse und die Aluleisten montieren.

Womo ohne Aluminiumleiste

Auf dem Dach hatten wir eine kleine Satelittenanlage. Die ist nun Geschichte. Beim Entfernen hat Ale entdeckt, dass sie am Strom angeschlossen war. Vielleicht war das ein versteckter Stromfresser. Den Veloträger haben wir auch abmontiert (bis auf einen Teil, den wir noch nicht weg gebracht haben). Bei der hinteren Stossstange haben wir eine neue Stelle mit morschen Holz entdeckt. Hurra! Nicht!

Auch Lorena schraubt mit

Die Fenster sehen wir uns auch näher an. Beim Küchenfenster ist soweit alles in Ordnung. Doch beim grossen Fenster der Sitzecke sind wir auf morsches Holz gestossen. Dort hatten wir auch vor ein paar Tagen eine nasse Stelle gesehen. Also Wand weg und Holz ersetzen. Bei vielen dieser Arbeiten fragen wir uns, wie professionell das Wohnmobil gebaut wurde. Teils sind ganz unterschiedliche Schrauben verwendet worden, mal dickeres oder dünneres Holz.

Weg mit der Wand

Die Arbeit geht uns nicht aus. Manchmal fühlt es sich so an, als würden wir bei jedem genaueren Hinsehen eine neue Baustelle entdecken. Es ist frustrierend. Und so viele Fragen werden: Lohnt es sich? Wieviel Zeit, Arbeit, Geld und Nerven wollen wir investieren? Wie geht es weiter? Wie lange soll das Wohnmobil denn halten? Reisen wir weiter? Werden wir wieder sesshaft und behalten es? Oder wollen wir es verkaufen?

Mit dem Traktor durch den Stall

Die Tage sind kurz, denn es wird früh dunkel. Ausserdem gehen wir spät schlafen und stehen darum auch sehr spät auf. Wir versuchen gerade, unseren Rhythmus wieder zu verschieben. Leichter gesagt als getan: Als wir früh zu Bett gehen, schlafen die Kinder trotzdem genauso lange wie sonst. Lorena schafft es auf unglaubliche 14 Stunden! Na, vielleicht schaffen wir es ja doch noch, mal vor dem Mittag auf den Beinen zu sein. Wir halten euch auf dem Laufenden.